Content Marketing: so wichtig ist gute Recherche

Content Marketing: so wichtig ist gute Recherche

Wir wollten eigentlich schon lange einen Blogpost zum Thema Recherche im Content Marketing Prozess schreiben. Jetzt hat uns Martin von webmasterfriday.de quasi nochmal mit dem Holzhammer daran erinnert, denn die neue Blogparade befasst sich genau mit diesem Thema. Der Rechercheprozess findet sich im frühesten Stadium des Content Marketing Lifecycles und bildet damit auch die Basis für entsprechenden Erfolg eines neues Artikels. Lieblos geschriebene Inhalte, die man wirklich an jeder Ecke des Internets findet, begeistern weder die Leser noch die Suchmaschinen und sind damit eigentlich überflüssig! Witziger Weise hatte ich auch gerade dazu eine hitzige Diskussion mit Julian im Rahmen unseres bierologie.de-Projekts, mit dem wir in der QUONDOS-Battle die spanischen Kontrahenten besiegen wollen werden. Aufhänger war ein simples Rezept für einen Schweinebraten mit Biersoße! 😉

Wo fängt Content Recherche an?

Es gibt verschiedene Ansätze bei der Content Recherche. Der eine ist eher search-driven, d.h. man analysiert, was überhaupt gesucht wird. Und vor allem wie oft! Knallharte Zahlen stehen im Vordergrund, Keywords mit dem höchsten Suchvolumen werden prioritär behandelt und der Reihe nach abgefrühstückt, so lange bis für alle Suchbegriffe mit Suchvolumen X mindestens ein Artikel geschrieben wurde (der dann bitte für das Keyword auch schnellstmöglich ranken sollte).

Dann gibt es den „egozentrierten“ Ansatz, der leider bei vielen Unternehmen immer noch vorherrschend ist: Was wissen wir über unser Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen? Und was können wir davon nach außen tragen, in Form von neuen Inhalten, Content, Artikeln? Hier wird in den eigenen Reihen „recherchiert“, manchmal auch zusätzlich noch search-driven: was wissen wir und wie oft wird es gesucht?

Der erfolgversprechendste Ansatz ist jedoch, bei der Ziel- bzw. Bedarfsgruppe zu beginnen. Was suchen meine potentiellen Besucher, Interessenten, mögliche Kunden denn überhaupt? Wo liegen deren Probleme, Fragen und Bedürfnisse? Alles erst einmal ganz unabhängig von irgendwelchen Suchvolumina oder eigener Wissensbasis.

Genau hier sollte man mit der Content Recherche beginnen und sich grundsätzlich die Frage stellen, was guter Content denn überhaupt ist! Guter Content sind Inhalte, die dem Besucher weiterhelfen. PUNKT! Der Leser hat die Seite besucht, weil er auf der SUCHE ist…. auf der Suche nach einer Lösung seines aktuell immanenten Problems. Wenn wir es schaffen, das Problem zu lösen, haben wir guten Content produziert! Das man nicht immer alle Nutzer einer Landingpage gleichermaßen mit den Inhalten zufrieden stellen kann ist klar. Und genau an dieser Stelle kommen beispielsweise dynamische Inhalte ins Spiel. Über verschiedenste Signale und/oder Abfragen wird vorab eingegrenzt, welche Inhalte für den Besucher die optimalsten sind. Karl macht es z.B. so: https://www.online-marketing.net/suchmaschinenoptimierung/ und fragt erstmal den User. Das ist ein tolles Konzept, was aber auch sehr viel Vorarbeit erfordert, um mögliche Besuchertypen zu dekonstruieren und die entsprechenden Inhalte aufzubereiten.

Wie tief geht die Recherche?

Gute und fundierte Recherche ist das A&O für erfolgreiche Artikel bzw. Inhalte. Stellen wir uns einfach vor, im neuen Inhalt sind falsche/unwahre Fakten enthalten, weil wir eben nicht im Detail recherchiert haben! Eine gewisse Tiefe muss sein, aber immer abgestimmt auf die Ziel- bzw. Bedarfsgruppe. Neue Inhalte können auch überfordern, zu wenig und zu flache Inhalte langweilen schnell. Im Prinzip geht es darum, die besten bzw. informativesten Artikel zu schreiben. Artikel, die es so noch nicht gibt. Das heisst nicht, dass der Content nur aus faktisch brandneuen Informationen bestehen darf, aber es bedeutet, dass man die Inhalte sorgsam recherchiert, anreichert und aggregiert hat. Dazu ist eine gewisse Tiefe notwendig, was auch bedeuten kann, dass die Recherche nicht in ein paar Minuten erledigt ist. Vielleicht muss man sich ein Buch bestellen, mit Experten telefonieren/kommunizieren oder sonstige Informationsquellen wälzen. Es ist vergleichbar mit Qualitätsjournalismus: ein mehrseitiger Artikel im Spiegel, Stern, der WELT oder sonstiger Presse wird meistens auch nicht mal eben aus dem Ärmel geschüttelt. Da sitzt ein ausgebildeter Journalist oft mehrere Wochen, manchmal Monate dran.

fast food Inhalte?

Ich glaube, das Online-Inhalte qualitativ im Aufwind stehen. Ein großes Problem war bisher schlichtweg der Suchriese google und in der pre-google-Ära natürlich auch alle anderen Suchdienste wie Altavista, Fireball & Co. Wenn man gute Rankings (und damit viel Traffic) haben wollte, hat man einfach tonnenweise Inhalte egal welcher Qualität in den index gepumpt, Hauptsache schnell und billig. Das Thema Usabilty & Conversionoptimierung war damals noch völlig unbeackert und kam erst langsam auf, als die Kuchenstücke kleiner, Traffic weniger und teurer wurden. Mit den aktuellsten Updates, die google fortwährend ausrollt, ist das Thema Contentqualität wieder (oder erstmals?) in den Vordergrund gerückt. Schnelle und schlampig recherchierte Inhalte „funktionieren“ nicht mehr, weil die google Algoritmen immer besser funktionieren und dünne Inhalte filtern können, aber vor allem, weil auf „fast food Inhalten“ die User-Signale einfach schlecht sind. Mieser Content rankt nicht mehr (dauerhaft und nachhaltig), was dazu führt, dass Webseitenbetreiber jetzt auf entsprechende Qualität achten. Nicht nur wegen der Rankings und des Suchmaschinentraffics, sondern auch und vor allem, weil man gemerkt hat, dass gut und fundiert recherchierte Inhalte auch bessere Conversions zur Folge haben. Der Mehraufwand für die Contentrecherche und -produktion wird durch mehr Umsätze (in der Regel) wieder wett gemacht.

so gehen wir bei der Recherche vor:

  1. Wir sondieren, was die Zielgruppe im Netz nachfragt. Also wirklich im Sinne von „Fragen“, auf die unsere Zielgruppe Antworten sucht. Suchen kann man recht einfach auf Portalen wie gutefrage.net oder etwas advanced mit speziellen Abfragestrings, die mir dann beispielsweise alle Foren zu einem bestimmten Thema (für das ich gerade recherchiere) liefern. In Foren stellen die Nutzer viele Fragen, weshalb man dort einen guten Überblick bekommen kann, welche Inhalte gefragt sein könnten. Ein solche Abfrage ist z.B. intitle:forum inurl:thread intext:content marketing . Sie liefert mir via google alle Seiten, die im title „Forum“ enthalten, in der URL „thread“ und im Inhaltsbereich „Content Marketing“.
  2. Wikipedia: wir nutzen Wikipedia oft und gerne bei der Recherche, auch und gerade, weil man dort während des Lesens fast von alleine über den Tellerrand schaut. Durch die vielen internen Querverweise schärft sich der Blick auf das Wesentliche und gibt neue Möglichkeiten preis. Je nachdem wie fundiert man recherchiert und/oder bereits im Thema drin steckt, kann man dort sogar Informationslücken finden, die man dann später mit den neuen eigenen Inhalten (bzw. einem Link darauf) füllen kann.
  3. Bücher: Fachliteratur ist absolut empfehlenswert. Das Bestellen, Lesen und Zusammenfassen kostet Zeit, zahlt sich aber in der Regel aus. Achja: Autoren sind auch Menschen, die man sogar kontaktieren kann! 😉 Daraus könnte sich dann beispielsweise ein Experteninterview entwickeln, das den neuen Artikel mit Sicherheit bereichern würde.
  4. Expertenbefragungen sind ebenfalls meist sehr zeitintensiv, zahlen sich aber immer aus. Man bekommt fundierte Insights und hat am Ende vielleicht sogar noch einen Multiplikator für den neuen Artikel.
  5. Wettbewerber: sollte man sich ebenfalls anschauen, aber bitte nicht zu lange und intensiv! Der Mensch tendiert dazu unbewusst Inhalte aufzunehmen bzw. wieder zu geben. Wir wollen ja nicht die x-te Seite zum Thema produzieren, sondern den besten und informativsten Inhalt schaffen.
  6. Sonstige Quellen: dazu gehören dann z.B. auch andere nichtkommerzielle Blogs, die sich mit dem zu recherchierenden Thema befassen, vieleicht muss ich auch konkrete Produkte kaufen und testen, um die Recherche zu vertiefen. Die „sonstigen Quellen“ sind vielfältiger Art und immer abhängig vom Thema.

Soweit so gut, manchmal schreiben wir aber auch einfach drauf los! So wie jetzt! Allerdings ist der Artikel auch eine konkrete Antwort auf Martins Fragen, die er hier http://www.webmasterfriday.de/blog/wie-wichtig-ist-fundierte-artikel-recherche gestellt hatte. Und da wir uns ja mit dem Thema ein klein wenig auskennen, ist dieser Artikel auch ohne fundierte Recherche fertig geworden!

Habe ich etwas vergessen? Macht Ihr etwas anders bei der Content Recherche?

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Kommentare

  • Der Sinn von Seo

    […] Nicolas schreibt aktuell (Webmasterfriday) über “Aufwendige Content-Recherche“ […]

  • Sabienes

    Ich glaube, du hast nichts vergessen 😉
    Danke für den String, mit dem man bei Google nach Foren suchen kann. Sowas kann schon mal hilfreich sein.
    VG
    Sabienes

  • […] 1. contentking […]

  • pidee

    gutefrage.net und Foren sind für mich auch immer eine sehr gute Anlaufstelle für eine Recherche. Außerdem kann ich noch das W-Fragen-Tool von SearchOne empfehlen oder andere SEO-Tools die explizit nach Fragen suchen.

    Diese ganzen Fragen eignen sich übrigens auch immer hervorragend für eine umfangreiche FAQ-Seite.

    • admin

      jup, das Tool von Kai kann ich auch empfehlen!

  • Mathias

    Eine weitere gute Möglichkeit ist es, auch auf ausländischen Seiten guten content zu finden und ihn dann zu übersetzen. Häufig sind gerade englischsprachige Wikipediaartikel umfangreicher als vergleichbare deutsche. (In der SEO Szene wird das schon heute umgesetzt, indem engl. SEO Blogs bzw. deren Posts genutzt werden). Bei vielen anderen Themen wird aus Unkenntnis häufig nicht international gesucht. Mit dieser Methode kann man relativ einfach und schnell einzigartigen und hochwertigen Inhalt aufbereiten und veröffentlichen.

  • Pierre

    Mathias, das macht onlinemarketing.de in Perfektion :)
    Es gibt aber viel interessantere Wege, wie man „einzigartig“ coole Recherche betreiben kann. Ich habe das bislang so noch auf keinem SEO Blog gelesen. In unserem neuen Tool, werden wir das demnächst einbauen.

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