alternative Suchsysteme – Traffic abseits von google

alternative Suchsysteme – Traffic abseits von google

In letzter Zeit hat sich ein sehr spezielles Thema in der Suchbranche breit gemacht und tendiert aktuell zum Buzzword: alternative Suchsysteme. Aber warum sprechen aktuell so viele Kollegen aus dem digitalen Umfeld über Alternativen zum Suchriesen google? Dieser Frage wollen wir hier etwas näher auf den Grund gehen und auch aufzeigen, was denn mögliche Alternativen sein könnten, um qualitativ hochwertigen Traffic zu erhalten und für welche Unternehmen alternative Trafficquellen Sinn machen.

Warum sind alternative Suchsysteme wichtig?

Die Frage kann man recht einfach beantworten: google hat einen riesigen Marktanteil und ist DIE Suchmaschine schlechthin. Nicht nur im deutschen Sprachraum, sondern weltweit. Laut Statista lag dieser im Jahr 2015 bei fast 95%.

Der Marktanteil ist enorm: fast 95% des Suchmaschinenmarktes in Deutschland gehören google.

Der Marktanteil ist enorm: fast 95% des Suchmaschinenmarktes in Deutschland gehören google. (Quelle Statista: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/167841/umfrage/marktanteile-ausgewaehlter-suchmaschinen-in-deutschland/)

Und das bedeutet auch, dass viele Internet-Unternehmer allen voran Onlineshops, täglich eine große Anzahl an Besuchern über das Suchsystem google bekommen, sofern technische und inhaltliche Grundlagen für bessere Rankings erfüllt sind. Für die meisten Unternehmen ein Segen: bei google in den Top5 zu ranken bedeutet nahezu kostenlosen Traffic. Das ist prima, allerdings nur so lange, bis aus (laut google) über 200 möglichen Gründen die Webseite plötzlich Rankingeinbußen erfährt. Von heute auf morgen können der Trafficstrom und damit die Umsätze weg brechen. Wichtige Anmerkung: Das gilt übrigens auch für alternative Trafficlieferanten. Sobald es um fremdbestimmte Quellen geht, hat man als Trafficabnehmer wenig bis gar keinen Einfluss auf mögliche Änderungen und Rankingeinbußen

Die Ursachen für Rankingverluste können vielfältig sein, selbstverschuldet oder durch bösartige Fremdeinwirkung, aber auch durch willkürliche Änderungen, die google an der Liste und Gewichtung der Rankingfaktoren jährlich hundertfach vornimmt. Und in diesen Übersichten, die dazu im Netz kursieren findet man auch nur die wirklich großen „Rollouts“, die signifikant zu sehen waren. All die kleinen Änderungen die schon fast täglich geschehen, bleiben der Suchgemeinde verborgen. Rankingverluste können aber auch dadurch entstehen, dass Wettbewerber plötzlich irgend etwas besser machen, als man selbst. Und da es zwischen der CTR auf Platz 1, 2 oder 3 teilweise signifikante Unterschiede geben kann, wird auch ein kleiner Positionsverlust oft zum Problem.

Hinzu kommt, dass nicht nur algorithmische Änderungen ein Problem werden können, google beschäftigt sogenannte Quality-Rater, die nach klar vorgegebenen Guidelines Webseiten beurteilen und klassifizieren müssen. Es gibt also sogar auch eine subjektive Komponente, die einem Unternehmen das Ranking-Genick brechen könnte.

Die gute Nachricht: wenn man sich an die Guidelines hält, inhaltlich gut aufgestellt ist und auch Softfacts wie Aufenthaltsdauer und Bouncerates im grünen Bereich sind, kann man das Risiko eines absoluten Trafficverlustes eingrenzen und minimieren. Ein Rest bleibt aber immer.

Die schlechte Nachricht: selbst wenn man alles richtig macht und auf einer organischen Poleposition rankt, kann der Traffic plötzlich massiv einbrechen! google schiebt seit Jahren eigene (aggregierte) Angebote in den Vordergrund. Wer sich mit SERP-Darstellungen näher beschäftigt, weiß das. Plötzlich ist da ein Knowledgegraph above the fold, google Shopping, Antwortboxen, eine Flugsuche, Hotels, das Wetter, lokalisierte Suchergebnisse, UniversalSearch Oneboxen und und und. Resultat: selbst auf Platz 1 der organischen Suche kommt kaum mehr ein Besucher an, weil google zur „Findmaschine“ geworden ist. Am Beispiel „Wetter“ wird das sehr deutlich.

Veränderte Darstellung der Suchergebnisseiten

Vor einigen Jahren haben Wetterportale für Suchanfragen wie „Wetter Berlin“ gerankt und massiv Traffic abgeholt. Aktuell muss man nicht mal mehr den Standort als Suchparameter eingeben, google spuckt das Wetter in Berlin bereits automatisch aus, sofern sich der Besucher im Großraum Berlin lokalisieren lässt. Ähnliches gilt für Ferienwohnungen, Friseure, Handwerker etc.. Grundsätzlich ein Vorteil für den der sucht, weil er schneller zum gewünschten Ergebnis kommt. Schlecht aber für Verticals und Aggregatoren, weil die Darstellung der Suchergebnisse deren organisches Top-Ranking under the fold drückt.

Bei der Suche nach "Wetter" am Bürorechner in contentking.de-Office in Wangen, erscheint direkt das erwartete Ergebnis. Kein Klick mehr zu wetter.com nötig!

Bei der Suche nach „Wetter“ am Bürorechner in contentking.de-Office in Wangen, erscheint direkt das erwartete Ergebnis. Kein Klick mehr zu wetter.com nötig!

Diese Fakten und möglichen Veränderungen bringen in Summe eine Menge Unsicherheiten für Unternehmen, die den Löwenanteil ihrer Besucher über organischen google-Traffic generieren. Und ein Grund mehr, sich Gedanken über die starke Abhängigkeit zu machen. Was passiert überhaupt, wenn morgen der google-Traffic zum Erliegen kommt?

Aus der Praxis können wir festhalten: nur wenige Unternehmen sind sich des Risikos bewusst, viele sind im Skalierungsfieber verständlicher Weise auch auf das große Trafficpotential fast schon angewiesen. Und das ist auch völlig legitim, aber wie sieht ein Worst-Case-Szenario dann aus, wenn das Unternehmen 90% seines kostenlosen Traffics verliert? Ist genug Budget vorhanden, um eine eventuelle Traffic-Durststrecke bis zur einer möglichen Erholung der Rankings mit CPC-Kampagnen abzufangen? Kann der ganze Overhead mit Stammkundschaft am Leben gehalten werden?

Dabei beißt sich die sprichwörtliche Katze ein bisschen in den eigenen Schwanz: da ist ein wirklich riesiges Trafficpotential, wenn man SEO richtig macht. Das kann und sollte man auf alle Fälle aus wirtschaftlicher Sicht zunächst unbedingt mitnehmen, weil man sonst kaum so günstig an Besucher kommt. Andererseits wird die „Verarbeitung“ dieses Traffics die Unternehmensstrukturen massiv verändern: mehr Anfragen, mehr Leads, mehr Sales, mehr Support, mehr Logistik, mehr Verwaltung! Und ja, auch mehr Geld, mit dem man die Manpower und Fixkosten auch decken kann. Das ist alles sehr logisch.

Es sollte also klar sein, dass das Wachstum möglicherweise auf wackeligen Beinen steht, sofern man keinen Plan B in der Schublade hat. Und hier kommen die alternativen Suchsysteme ins Spiel, um möglichst breite Risikostreuung zu erlangen. Branchenkollege Philipp Klöckner hat sogar erst kürzlich prognostiziert, dass Ende 2016 ein Großteil organischer Zugriffe Geschichte sein wird (zumindest für den Produktbereich bzw. transactional Querys):

it will not change until organic is GONE. And that's gonna happen by the end of 2016 - I'm sure.

Ende 2016 sind nach Philipps Ansicht die meisten echten organischen Zugriffe Geschichte. Als Kommentar zu https://www.seroundtable.com/google-16-product-listing-ads-21500.html

Was sind alternative Suchsysteme?

Grundsätzlich sind alternative Suchsysteme alle verfügbaren Dienste, mit denen sich eine Suche ausführen lässt. Und bevor jemand meckert: ja klar, die haben alle (noch) nicht die Reichweite und das mögliche erzielbare Trafficvolumen, das google liefert! Aber in viele Fällen liefern diese Suchdienste sogar qualitativ hochwertigere Besucher.

Beispiele für alternative Suchsysteme

Es gibt alleine in Deutschland geschätzt über 100.000 solcher Möglichkeiten. In der Regel wird hier in sogenannten Verticals gespielt, also tatsächlich in themen- oder sogar nischenspezifischen Gebieten.

  • jameda.de – Suchsystem für Ärzte und medizinische Dienstleistungen
  • check24.de – Suchsystem für Stromanbieter, Reiseanbieter oder Finanzdienstleister
  • holidayinsider.com – Suchsystem für Ferienhäuser und Wohnungen
  • youtube.com – Suchsystem für Bewegtbildformate aka Videos (owned by google)
  • amazon.com – Suchsystem für Produkte aller Art
  • SIRI – Voicesearch, Personal Assistant
  • etc.

Die Liste ist nahezu endlos lang.

Aber auch googleeigene Kanäle können als individuelle Suchsysteme verstanden werden, denn mit dem richtigen Ansatz kann dann auch Traffic aus google-Shopping, dem Knowledgegraph, aus der LocalSearch, aus googleNews etc. gezogen werden. Wenn beispielsweise das eigene gute organische Ranking massiv durch Shopping-Ergebnisse under the fold gedrückt wird, sollte man versuchen mit dem eigenen Angebot in der entsprechenden Einblendung der Produkte zu erscheinen.

Sales-Denke oder holistisches Gesamtkonzept?

Die Meinungen zu alternativen Suchsystemen gehen sehr stark auseinander. Viele haben den Ansatz verstanden, andere lachen nur darüber. Das kann unter Umständen an der Sichtweise liegen, denn ein Online Marketing Manager muss beispielsweise Trafficzahlen reporten, untermalt von KPIs wie Conversionrate & Co. Ausschlaggebend ist meist der aktuelle Echtzeit-Umsatz mit Fokus eher mittelfristige Ziele, die einer reinen Sales-Denkweise entspringen. Kurz gefasst: wer es vermeidet eine nachhaltige und holistische Denkweise an den Tag zu legen, wird nicht verstehen, warum das Suchsystem youtube möglicherweise sehr wichtig sein könnte für die weitere Unternehmens- und Umsatzentwicklung.

Ein Video (um bei diesem Beispiel zu bleiben) wird auf youtube.com gefunden und konsumiert. Wie animiert man den Zuschauer jetzt zum Kauf? Und genau da sollte die Tellerrand-übergreifende Denkweise beginnen. Online Marketing heisst auch, langfristig zu denken und zu verstehen, wie verschiedene Maßnahmen und Kanäle ineinander greifen, verzahnt sind, und sich eben manchmal erst zeitversetzt positiv auswirken. Markenaufbau, das Erlangen eines Expertenstatus und das Gewinnen des Vertrauens von Kunden sind wichtiger denn je! Und auch dazu lassen sich Suchsysteme bzw. die Findbarkeit der eigenen Angebote und Formate in ebendiesen nutzen.

Und da wir gerade von Markenaufbau reden: im Idealfall schafft ein Unternehmen mit allen Maßnahmen im Online Marketing Mix soviel Reichweite und positive Reputation, dass zum Zeitpunkt X eine derart bekannte Marke und entsprechende Kundenbindung entstanden ist, die einen dauerhaften Besucherstrom auch ohne jegliche Suchsysteme garantiert. Dann sind google-Traffic und Besucher aus anderen Suchdiensten ein nettes Umsatz-AddOn, fallen aber bei einem möglichen Wegfall nicht wirklich schädigend ins Gewicht. Dieser Idealfall kann aber nur dann eintreten, wenn man ständige Skalierungsvorhaben moderat betreibt oder einfach ausklammert. Ich kenne mittlerweile einige Unternehmen, die mit den Umsätzen einfach mal zufrieden sind. Firmen, die sich über neue Kunden freuen, aber auch dann und wann dankend ablehnen und gar nicht weiter wachsen wollen. Die Gründe dafür sind vielfältig, aber in der Regel ist es die persönliche Zufriedenheit, die in diesen Fällen viel mehr Priorität hat als kontinuierliches Wachstum. Es gibt zahlreiche Beispiele für diesen Idealfall: Gut eingeführte und alteingesessene Arztpraxen haben oft einen großen gewachsenen Kundenstamm und Ihre Skalierungsgrenze erreicht. Dann geht es nicht primär um die Neukundengewinnung, sondern auch um die Präsentation von Öffnungszeiten oder Anfahrtsbeschreibungen und Adressdaten. Hier bieten sich vertikale Suchdienste wie jameda.com oder netdoktor.de an. Menschen, die hier suchen, haben eine sehr exakte Absicht: sie wollen einen Arzt in Ihrer Nähe finden, oder eben besagte Daten wie Öffnungszeiten & Co. abfragen.

Konkrete Anwendungsbeispiele für alternative Suchsysteme und Trafficquellen

Angenommen wir möchten die Belegungsfrequenz unserer Ferienwohnung verbessern. Dann können wir versuchen bei google organisch für „Ferienwohnung + Stadt“ organisch zu ranken. Das kann unter Umständen sehr aufwendig und auch kostenintensiv sein, da viele große Portale und Marken die Top-Positionen belegen. Eine Verdrängung kostet vor allem Zeit, aber auch Geld.

Tipp 1:
Wir sollten einen googleBusiness bzw. googleLocal Eintrag vornehmen, um zusätzlich in der Localsearch bzw. den entsprechenden Oneboxen aufzutauchen. Google zeigt diese verstärkt meist als 7er Block in den SERPs an. Wir machen uns damit natürlich nicht unabhängig von google, aber wir nutzen diesen aktuellen Trend und sind damit nicht mehr zu 100% von echten organischen Rankings abhängig.

Tipp2:
Wir sollten in Erwägung ziehen bei airbnb.com gelistet zu werden. Immer mehr Nutzer kennen das Portal und haben gute Erfahrungen mit den angemieteten Objekten gemacht. Airbnb.com ist damit ein hervorragendes alternatives Suchsystem, weil es mittlerweile viele potentielle Mieter bzw. mögliche Kunden gibt, die bei einem konkreten Bedarf nach einer Unterkunft nicht mehr über google, sondern direkt dort suchen.

Tipp3:
Ähnlich funktionieren andere Unterkunft-Suchdienste wie ferienwohnungen.de, holidayinsider.com, traum-ferienwohungen.de oder fewo.de. Ein Eintrag dort kostet zwar i.d.R. Geld, kann sich unter Umständen aber durchaus lohnen. Diese alternativen Suchsysteme helfen bei der Auslastung der Unterkunft.

Tipp4:
Um alterative Trafficquellen zu finden (ganz unabhängig vom Vertcial „Ferienunterkünfte“) kann man ganz einfach bei google z.B. nach „Airbnb Alternativen“ suchen. Man setzt einfach einen der größeren Anbieter als Suchterm ein und bekommt in der Regel eine Menge von Ergebnissen, die Ausweichmöglichkeiten präsentieren. Am Beispiel „Airbnb Alternativen“ stößt man sehr schnell auf weitere Anbieter wie wimdu, 9flats oder housetrip, bei denen man dann einen Eintrag erwägen sollte. Wir haben uns mal 5 Minuten Zeit genommen und google-Alternativen für Ferienhausanbieter recherchiert: neben den oben genannten Playern, gibt es jede Menge kleinere und mittlere Portale, die einen Ferienhaus-Vergleich anbieten. Nicht immer mit eigenem Portfolio, oft auch Affiliate-Projekte, die Fremdangebote präsentieren, aber dennoch einen Blick wert.

Tipp5:
Aggregatoren finden! Es gibt eine Vielzahl von Aggregatoren, auf deren Portal ein Listing Sinn machen kann. Es gilt heraus zu finden, bei welchen Datenquellen diese sich bedienen. Wird man bei der Datenquelle gelistet, erscheint man auch automatisch auf dem Portal des Aggregators bzw. Suchsystems.

WOW, Du hast bis hierhin gelesen?

Dann bedanken wir uns erstmal für Deine Aufmerksamkeit! Das Thema scheint Dich tatsächlich zu interessieren. Hast Du Interesse an einem Face-to-Face Austausch und noch mehr Input zu alternativen Suchsystemen?

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Welche Suchdienste machen Sinn?

Selbstverständlich muss jedes Unternehmen wirtschaftlich abwägen, ob ein alternatives Suchsystem Sinn macht, vor allem dann wenn es (meist auf monatlicher Basis) kostenpflichtig ist. Dabei kann man unterschiedliche Quellen und Dienste zur Bewertung heran ziehen. Perfiderweise ist dabei die Sichtbarkeit in google ebenfalls eine mögliche Kennzahl, um den Wert des alternativen Suchsystems zu bestimmen. Aber auch Anbieter wie alexa.com oder similarweb.com können hinzu gezogen werden, um zu prüfen, ob auf dem Suchsystem überhaupt „was los“ ist und darüber Kunden gewonnen werden können. Weitere Softfacts wie Anzahl der Facebook-Fans, Twitter-Follower etc. geben zusätzliche Hinweise auf die Reichweite und Seriösität der Trafficquelle.

Bessere Rankings in alternativen Suchsystemen

Ähnlich wie bei google geht es natürlich auch in alternativen Suchsystemen darum, optimal bzw. ganz weit oben gefunden zu werden. Um dort also besser ranken zu können, muss man zunächst verstehen, wie die jeweilige Rankingsystematik funktioniert, denn auch in anderen Suchsystemen herrscht viel Wettbewerb. Ein gutes Beispiel für ein wirklich riesiges alternatives Suchsystem mit sehr viel Wettbewerb ist amazon.com. Wie schaffe ich es also mit meinem Angebot bei amazon.com in einem kompetitiven Umfeld besser zu ranken, als meine Wettbewerber? Hier gibt es eine recht umfangreiche Dokumentation dazu: http://marketplace-analytics.de/rankingalgorithmus-amazon

Am Beispiel Arztsuche auf jameda.com: welches sind die Rankingfaktoren, die eine Profilseite eines Arztes auf die erste Position bringen? Dort gibt einen eigenen hausinternen Algorithmus, der die Rankings auf Basis von verschiedenen Merkmalen wie Anzahl der Bewertungen, durchschnittliche Bewertung, aber auch Umkreisfaktoren, d.h. Erreichbarkeit ermittelt und ausgibt. Um sein Ranking als Arzt dort also zu verbessern, sollte man seine Patienten z.B. bitten, dort eine Bewertung abzugeben.

Stichwort Risikostreuung: ein Vergleich

Ich bin immer wieder überrascht, warum das Thema alternative Suchsysteme teilweise eher belächelt wird. Wenn man den entsprechenden Personen die Frage stellen würde, wie sie ihr Geld anlegen, dann würde in den meisten Fällen die Antwort kommen: „ich streue da über verschiedene Anlagemodelle, Aktien und Fonds.“. Das ist ein sehr guter Vergleich und zeigt deutlich, warum es Sinn macht auch Trafficquellen abseits der google-Suche auszubauen.

Warum? Die Antwort ist einfach: Ich könnte alles zur Verfügung stehende Geld in das bestverzinste Anlagemodell oder sogar eine einzige Aktie stecken. Allerdings sind Anlagegeschäfte immer gleich strukturiert: je höher die mögliche Rendite, desto höher das Risiko eines Totalverlustes. Deshalb streuen Ottonormal-Anleger oft eher risikoavers über viele verschiedene Aktien, Fonds und sonstige Modelle und investieren auch in Bereiche, die nicht kurzfristig viel Rendite versprechen, sondern langfristig und relativ sicher kleine bzw. moderate Kursgewinne abwerfen.

Sicher, es gibt auch die Zocker, die große Risiken in Kauf nehmen und dabei auch manchmal hohe Gewinne einfahren. Aber oft verlieren sie auch sehr viel Geld in sehr kurzer Zeit. Man muss es „sich leisten können“, Spielgeld haben, dann kann man das Risiko eingehen, ohne später vor dem Nichts zu stehen. Und genauso verhält es sich für viele Firmen auch beim google-Traffic: wer all seine Ressourcen in ein einziges System investiert und alleine in den Aufbau von google-Rankings steckt, kann in guten Zeiten überaus profitieren, trägt aber auch das Risiko mit einem mal alles zu verlieren.

Suchtrends bei der Auswahl von möglichen sinnvollen Suchsystemen beachten

Der digitale Suchmarkt verändert sich laufend und vor allem auch schnell! Bei der Auswahl geeigneter alternativer Suchsysteme muss man deshalb aktuelle Trends und Tendenzen auf dem Schirm haben. User tendieren nicht nur dazu Suchsysteme zu nutzen, die die besten Suchergebnisse liefern, sondern auch dazu, Anbieter zu wählen, die besonders praktisch und einfach zu bedienen sind. Ein Trend geht z.B. Richtung Voice Search: Siri oder Cortana liefern mir ohne manuelle Suchworteingabe in einen Suchschlitz mittlerweile sehr passende individualisierte und lokale Suchergebnisse. Ein tolles Beispiel ist die Spracheingabe bei Siri „ich habe Hunger“. Auf Basis dieser sprachlichen Eingabe erhält der Suchende passende Vorschläge für Restaurants in der Nähe. Und es kommt noch besser: in Zukunft werden die Suchergebnisse immer weiter verfeinert, d.h. es werden nicht nur Restaurants in der Nähe gelistet, sondern sogar „geschmacklich“ relevante Angebote auf Basis der eigenen Historie. Hat man als Nutzer des Öfteren beim Asiate eingecheckt, werden dann vornehmlich auch Vorschläge kommen, die asiatische Restaurants beinhalten.

Zusätzlich sei angemerkt, dass die klassische und altbekannte Keywordrecherche hier keinen wirklichen Sinn mehr macht. Das Suchverhalten ändert sich und Dienste wie Siri erkennen, dass Anfragen wie „ich habe Hunger“ der Absicht entsprechen, Nahrung zu sich nehmen zu wollen. Eine keywordfokussierte Optimierung von Inhalten auf Suchbegriffe wie „besten asiatisches Restaurant in [Stadt]“ werden damit zwar nicht gänzlich hinfällig, werden aber dennoch weniger Traffic bringen als aktuell. Um also als Restaurant für „ich habe Hunger“ in der betreffenden Stadt gefunden zu werden, müssen andere Faktoren, wie Bewertungen und Checkins passen. Das ist natürlich für das betreffende Restaurant eher unangenehm und unpraktisch für die SEO-Agentur, da sich diese Faktoren schwerer manipulieren und optimieren lassen. Um an dieser Stelle „zu optimieren“ muss tatsächlich das Angebot passen: das Essen muss gut sein und der Service sollte passen!

Insights, Tipps und Tricks zu alternativen Suchsystemen

Um diesen Artikel abzurunden und ein objektiveres Meinungsbild zu schaffen, haben wir einige Branchenkollegen aus der digitalen Suchindustrie um zusätzlichen Input gebeten und auch einiges an Feedback bekommen. Dabei sind neben klassischen Agenturen auch Betreiber von eigenen Suchsystemen.

 

christoph-hanenkampChristoph Hanenkamp – traum-ferienwohnungen.de

Meine grundsätzlichen Empfehlungen für Fewo-Suchmaschinen:

1. Der Preis ist extrem wichtig. Zwar sortieren fast alle Anbieter die Ergebnisse nach „Relevanz“, allerdings ist die Sortierung nach Preis die mit Abstand am häufigsten genutzte Sortierfunktion. Bei uns sind das rund 18 Prozent der Nutzer. Wenn ich den Preis meiner Konkurrenten dann auch nur um 1 Cent unterbiete, ranke ich besser. Da sehr viele Vermieter mit glatten Preisen arbeiten, bietet dies viel Spielraum für die Nachkommazahl. Ich kann jedem nur empfehlen, der selber inseriert, hier die Preise der Konkurrenz im Auge zu behalten und die eigenen Preise entsprechend minimal anzupassen, falls sinnvoll.

2. Bilder sind ebenfalls extrem wichtig. Der erste Eindruck zählt und da ist das Vorschaubild sehr ausschlaggebend. Auch wenn das eigentlich klar sein sollte, sehe ich jeden Tag, dass dies bei vielen Vermietern noch nicht angekommen ist. Ein optisch ansprechendes Bild ist in jedem Fall der größte Hebel für eine gute Klickrate.

3. Die Angabe der Ausstattung wird ebenfalls häufig vernachlässigt. Einige Merkmale sind hier nicht so wichtig, aber gerade so etwas wie Wlan, Sauna oder Pool wird natürlich extrem häufig nachgefragt. Hier sehen wir immer wieder, dass viele Vermieter nachlässig sind und die Merkmale nicht vollständig oder gar nicht ausfüllen. Entsprechend tauchen sie dann auch nicht auf, wenn ein Nutzer diese Filter auswählt.

4. Custom Snippet: Eine kleine Besonderheit, die wir unseren Urlaubern bieten, ist die individuelle Beschreibung für einzelne auswählbare Urlaubsideen (Bspw. Strandurlaub, Urlaub mit Hund, usw.). Ähnlich wie die Description in den Google Serps kann der Nutzer hier individuelle Beschreibungen für jede einzelne Urlaubsidee angeben und so die Klickrate erhöhen. Wenn er diese Möglichkeit nicht nutzt, zeigen wir die Standardobjektbeschreibung an. Die passt dann aber meistens auch nicht so gut zur Suchanfrage des Nutzers, entsprechend ist die Klickrate niedriger.

Die Empfehlungen gelten nicht nur für uns, sondern sind eigentlich auf allen gängigen Plattformen so anwendbar.

 

heiko-hoehn-swHeiko Höhn – funktion5.de

Lokale Geschäfte nutzen zu selten die Möglichkeit, sich in Branchenverzeichnissen mit einem kostenlosen Eintrag anzumelden. Eine Recherche Übersicht der Branchenbücher ist für Deutschland mit https://www.yext.com/pl/powerlistings-de/scan.html schnell erledigt.
Ob man nach der Recherche die Dienstleistung zum Eintragsservice beansprucht oder die Anmeldung selber erledigt, kann jeder in Ruhe entscheiden.

 

 


michael-schottler-2Michael Schöttler – seo-portal.de

Suchsysteme gibt es ja viele, die Frage die sich stellt ist, was versteht der Einzelne unter diesem Begriff. Beim SEO Portal haben wir gemerkt, dass die Leser schon deutlich an alternativen zu Google interessiert sind. Sei es, dass es eine alternative Suchmaschine gibt, oder der Traffic von anderen Kanälen zu erhalten ist. Hier ist in der Vergangenheit besonders Duckduck positiv aufgefallen. Auch die Artikel über die noch junge Suchmaschine werden häufiger Konsumiert als z.B. Berichte über Bing.

Dennoch bleibt die Frage: was tun? So sehen wir im Agenturalltag immer wieder, dass Chefs nur Google als Trafficquelle haben wollen und auch jegliche Argumentation im Keim erstickt wird. Manchmal spielen aber logische und bewusste Entschlüsse eine Rolle, wie der Händler der sich gegen Amazon entscheidet weil Amazon der Tod des kleinen Händlers ist. So oder so ist eine Suche nach alternativen Suchsystemen derzeit bei vielen schon ein Thema, aber aus den verschiedensten Gründen derzeit ein echtes Problem. Beim SEO Portal haben wir daher auch begonnen alternative Trafficquellen und Suchsysteme aufzuzeigen.

Eine Besonderheit scheint auch derzeit noch die Behörde zu sein. Hier wird neben Google kaum ein anderes Medium in der Betrachtung akzeptiert. Schon mit einfachen Social Media Inhalten wird sich schwergetan. Diese gesamte Entwicklung ist sehr schade, denn schaut man sich einmal die Entwicklung bei Google an, dann scheint es höchste Zeit zu sein sich auch nach rechts und links zu orientieren.

 

geissenbergerAlexander Geissenberger – expose360.de

Die eigentliche Aufgabe ist es, die passende Suchmaschine / Trafficquelle für sein Produkt zu finden. Neben offensichtlichen Anbietern wie wer-liefert-was, Jameda, myHammer oder TripAdvisor existiert eine enorme Bandbreite an Potentialen. Umso spitzer die Zielgruppe umso besser. Von WhatsApp bis hin zu envato müssen mögliche Quellen nach Relevanz und Sales-Potential richtig eingeschätzt, bespielt und getrackt werden.

Wie meist im Online Marketing spielen Influencer eine wichtige Rolle. Mein Tipp ist es, diese ausfindig zu machen und direkte Kooperationen zu schließen. Facebook Gruppenbetreiber eignen sich bspw. sehr gut – selbst bei Gruppen >2000 Mitglieder. Diese sind meist für neue (und möglichst exklusive) Deals / Themen dankbar. Sprecht die Betreiber direkt an und bittet ganz klassisch um Produkt-Rezensionen innerhalb der FB–Gruppe. Was da am Rande an Provisionen, Incentives etc. drin ist, könnt Ihr euch überlegen. Die Interaktionsraten sind enorm hoch und es lassen sich direkt Sales generieren. Je nach Thema lässt sich dieses Vorgehen sehr leicht skalieren.

Auch können bereits mittelgroße Instagram-, Pinterest-, YouTube-, usw. Accounts für spürbares Sales-Wachstum sorgen. Mittlere dreistellige Sales-Zahlen / Monat / Plattform sind keine Seltenheit und innerhalb kürzester Zeit realisierbar.

 

Zusammenfassung und Fazit

Jeder muss letztendlich selber für sich entscheiden, ob und welches alternative Suchsystem für das eigene Geschäftsmodell Sinn macht. Fakt ist: es gibt zahlreiche Alternativen da draußen! Es ist aus unserer Sicht sehr wichtig, dass sich Firmen, die einen Großteil der Besucher über die organische google-Suche beziehen im Klaren darüber sind, was auf dem Markt gerade passiert und was mögliche Traffic-Alternativen sind. Wir haben in den letzte 15 Jahren unserer Tätigkeit im Suchumfeld zahlreiche Beispiele erlebt, bei denen Firmen von heute auf morgen vor dem Aus standen, weil Tante google sie nicht mehr lieb hatte. Organischer Google-Traffic ist super, kann aber schnell zu einer gefährlichen nicht-bidirektionalen Abhängigkeit führen. Wir empfehlen daher auch auf alternative Suchsysteme zu setzen und parallel dazu eine bidirektionale Abhängigkeit zu google zu schaffen!

Ja, richtig gehört!

…auch google kann abhängig gemacht werden! Wenn Du wissen willst, wie Du es schaffst, dass google Dich dauerhaft ranken MUSS, dann könntest Du z.B. an diesem Event teilnehmen:

zeig her!

So, und zum Abschluss noch ein Goodie und eine coole Idee von Nils Haack: bitte postet in die Comments, welche alternativen Suchsysteme Ihr aktuell schon erfolgreich nutzt. Unter allen Comments verlosen wir in 3 Wochen 3 nagelneue unbenutzte Accounts für http://www.sem-tool.com/ für jeweils 3 Monate. Warum? Weil wir es können und weil man damit auch einige alternative Suchsysteme analysieren kann.

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Kommentare

  • Christoph Heyn

    Wir nutzen viel duckduckgo aber auch Lesezeichendienste wie diigo.com und bisonomy.org. Privat nutzen wir Scuttle.
    Auch soziale Netzwerke wie Pinterest und Twitter (für Trends) sind je nach gesuchtem Medium rationell nutzbar.

  • […] Vorteile alternativer Suchsysteme: In einem Artikel auf contentking.de erklären die Autoren, warum es immer wichtiger wird, nicht nur für Google zu optimieren, sondern […]

  • Thomas

    Die Nutzung anderer Suchmaschinen gehört für mich auch zum Grundverständnis des Webs: Ungefilterte Ergebnisse, keine krasse Beeinflussung durch andere User a.k.a. die breite Masse. Das macht für mich privat Sinn, wenn ich Informationen will. Wenn ich aber etwas kaufen möchte, dann ist der Rat vieler oft eben doch der Beste. Da Google eben auch auf Conversions optimiert, ist es eine der besten Suchmaschinen für den Kauf, wie auch für den Verkauf. Da waren die Jungs einfach schneller.

    Als SEM-Manager setze ich nicht nur auf Google, sondern hoffe auch auf das Potenzial anderer Suchmaschinen. Auch soziale Netzwerke, die als Traffic-Bringer extrem wichtig sind. Wenn man nur auf Performance aus ist, dann ist Google sicher top. Will man die volle Customer Journey, muss man auch anderweitig investieren. Wer die Touchpoints richtig misst und verknüpft, der sieht sicherlich auch, dass so manche Conversion ihren Ursprung außerhalb Googles hatte. Das wird wahrscheinlich sogar noch zunehmen, je unabhängiger User von Suchmaschinen werden und ihren Einstieg über Apps und SNs nehmen. Breite Positionierung wird also nie schaden. Der ROI ist aus wirtschaftlicher Sicht der einzige Faktor, der Grenzen setzt.

  • […] Vor einigen Tagen van Nico Sacotte bereits einige alternative Suchsysteme vorgestellt, siehe „alternative Suchsysteme – Traffic abseits von google„. Da sind viele schöne Tipps dabei. Man muss sich dabei zunächst mal abgewöhnen, immer […]

  • […] mit seiner geschäftlichen Nähe zum Werbenetzwerk AdBlock Plus kann ich nicht mehr empfehlen. Aber alles andere kann man durchaus hernehmen. Und mit all diesen Suchmöglichkeiten ergeben sich vielleicht Querverbindungen, an die man noch […]

  • SEO ist tot - juliancordes.de

    […] zudem eine Leseempfehlung der Artikels Alternative Suchsysteme von […]

  • Daniel Hommers

    eins vorweg:

    einer der reichhaltigsten Artikel, die ich in diesem Jahr gelesen habe und ein No-Brainer-Bookmark. Prädikat besonders wertvoll!

    Trotzdem kommt ihr beim Fazit ins Schwimmen und vergleicht Äpfel mit Birnen – Google Textanzeigen finden nicht einmal eine Erwähnung.

    p.s: Bei meiner Bildschirm/Browser Konstellation war es reiner Zufall, dass ich die Kommentarbox angeklickt habe, zu sehen war die nicht. Ich dachte schon, der Link „jetzt kommentieren“ funktioniert nicht und wollte weitersurfen..

    • admin

      Hallo Daniel, Danke für das Feedback. Wir werden uns das nochmals ansehen, um zu prüfen, wie wir die von Dir angesprochenen Punkte optimieren können.

  • […] gilt. Im weiteren Sinne beinhaltet Suchmaschinenoptimierung aber auch die Optimierung für alternative Suchsysteme wie Amazon, welches die größte Suchmaschine für Produktsuchen ist oder Youtube, welches vor […]

  • H. & F. Rövenich GmbH

    Sehr aufschlußreich. Wir werden uns damit auseinandersetzen (müssen)! Die alten Zöpfe taugen heutzutage nicht mehr viel. Umdenken ist angesagt.

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